Fruktose

Was ist Fruktose?

Unter dem Begriff Fruktose versteht man Fruchtzucker, eine Zuckerform, die natürlicherweise in Obst und Gemüse, in handelsüblichem Haushaltszucker, aber auch in zahlreichen industriell verarbeiteten Lebensmitteln vorkommt.

Im Haushaltszucker (hergestellt aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr) ist Fruktose in gebundener Form enthalten: Rohr- oder Rübenzucker (Saccharose) ist ein Zweifachzucker, der aus je einem Molekül Glucose (Traubenzucker) und Fructose zusammengesetzt ist. Ein bedeutsamer Anteil bei der Zuckeraufnahme kommt aus industriell gefertigten Nahrungsmitteln, die mit Fructose angereicherten Sirup aus Maisstärke (high-fructose corn syrup, HFCS) enthalten.

Fruktose im Stoffwechsel

Der Fruktosestoffwechsel unterscheidet sich enorm vom Glukosestoffwechsel. Beide so genannten Einfachzucker werden zwar aus der Nahrung direkt über die Darmschleimhaut aufgenommen, allerdings wird Glukose aktiv und sehr rasch resorbiert, während Fruktose nur passiv durch die Darmschleimhaut aufgenommen wird. In weiterer Folge werden beide Zucker über den Blutkreislauf weitertransportiert.

Fruktose gelangt, unabhängig von Insulin, nach der Aufnahme im Darm direkt in die Leber. Fructose wirkt also im Gegensatz zu Glucose nicht insulinogen, und induziert auch weder eine Leptin-Ausschüttung noch eine Reduktion von Grehlin. Sowohl Leptin als auch Grehlin sind wichtige regulatorische Hormone für die Steuerung des Hunger- und Sättigungsgefühls. Vereinfacht heißt das, Fructose erzeugt kein Sättigungsgefühl und verführt damit zu übermäßiger Nahrungsaufnahme. 

Die Fruktose wird also praktisch ausschließlich in der Leber abgebaut, indem sie vom Enzym Fructokinase in Fructose-1-Phosphat umgewandelt wird und dann je nach Bedarf in die Glykolyse (Energiegewinnung) bzw. in die Glukoneogenese (Herstellung von Glucose) eingeführt wird. Zu hohe Mengen Fruktose überfordern dieses System allerdings und bewirken folgendes: 

Die Phosphorylierung durch Fructokinase verbraucht große Mengen an ATP und hindert die Leber somit daran, dieses für andere Stoffwechselvorgänge bereitzustellen (Umwandlung von T4 in T3 oder Muskelkontraktionen).

Sie produziert viel Harnsäure, die ausgeschieden werden muss. Harnsäure ist der primäre Auslöser von Gicht.

Diese Beschleunigung des ATP-Verbrauchs wird weder durch Glucose noch durch Mannose in diesem Ausmaß induziert. In weiterer Folge entstehen in den Leberzellen (Hepatocyten) durch die de novo Lipogenese Fettsäuren. Zusätzlich hemmt Fructose die Lipidoxidation in der Leber, sodass die Veresterung der Fettsäuren und die Triglycerid-Synthese gefördert wird. Triglyceride lagern sich als Depotfett, aber auch als Fetttröpfchen zwischen den Myofibrillen der Muskulatur an.